Ortschaft Ovenhausen

Geschichte

Geschichtlicher Abriss

Der Name „Ovenhausen“ stammt aus sächsischer Zeit. Es ist nicht unbegründet anzunehmen, dass der Name des freien, sächsischen Edelings „Ovo“, der im Jahre 823 in einem Schenkungsregister des im Jahr zuvor gegründeten Klosters Corvey mehrmals als Zeuge erwähnt wird, der Siedlung ihren Namen gegeben hat, so dass „Ovenhausen“ soviel wie „Haus des Ovo“ bedeutet. Die erste gesicherte Nachricht von der Existenz Ovenhausens ist in einer Corveyer Urkunde aus dem Jahre 887 zu finden, in der erwähnt wird, dass der Kaiser Karl der Dicke den Ort „Ovenhus“ dem Kloster schenkte. Seitdem gehört Ovenhausen zum Gebiet der nahegelegenen, ehemaligen reichsfürstlichen Abtei Corvey und die Geschichte des Dorfes ist aufs engste mit der Geschichte Corveys verknüpft. So hat auch Ovenhausen unter den Schrecken und Greueln des Dreißigjährigen Krieges (1618 -1648), ganz besonders aber unter dessen Auswirkungen, gelitten. Es herrschten „die traurigsten Verhältnisse“. Das Volk war durch die Bedrängnisse total verarmt, die Äcker waren verwüstet, nirgends war eine lohnende Beschäftigung zu finden“. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte war der „materielle Wohlstand“ zwar leicht „gestiegen“, „aber im ganzen genommen war die Lage des Landvolks noch keineswegs beneidenswert“. Kaum erholt, brachte der Siebenjährige Krieg (1756 -1763) mit durchziehenden Truppen, wiederholten Einquartierungen und zu zahlenden Kriegssteuern (Kontributionen) den wirtschaftlichen Ruin, so dass „die Bevölkerung völlig verarmt war“. Die politisch-historischen Umwälzungen um 1800 und die mehrmals wechselnden Landeshoheiten trugen kaum zu einer Verbesserung der Lage bei, so dass das Dorf „in seiner äußeren Erscheinung einen unangenehmen Eindruck machte“. Die Bemühungen Preußens um Förderung des Ackerbaus, von Handel und Gewerbe, um den Bau von Straßen und Wegen und vor allem um Verbesserung der Bildung des Volkes durch Errichtung neuer Schulen fielen in Ovenhausen auf fruchtbaren Boden; erst damit setzte eine stete, wenn auch langsame Aufwärtsentwicklung ein, so dass um 1900 der damalige Pfarrer von Ovenhausen, Joseph Redegeld, feststellen konnte: „Unser Ort hat ein sehr freundliches Aussehen gewonnen und ist auf dem besten Wege, sich zu einem Städtchen fortzuentwickeln“. Diese Aufwärtsentwicklung wurde durch die schrecklichen Ereignisse im vorigen Jahrhundert, die beiden Weltkriege mit Inflation und Währungsreform unterbrochen. Nach schwierigen und harten Aufbaujahren setzte der in Ovenhausen lebendige Bürger- und Gemeinschaftssinn die Entwicklung wieder in Gang, als deren Höhepunkt die im Jahr 1977 erreichte Auszeichnung „Bundesgolddorf“ anzusehen ist.